Haushaltsbuch

Einmal ausgegeben, zweimal gezählt

Sobald neben dem Bankkonto eine Kreditkarte im Spiel ist, stimmt die Ausgabensumme nicht mehr. Derselbe Einkauf steht auf zwei Auszügen, und hier steht, welche Zeile zählt.

Ein Monat, zwei Auszüge

Angenommen, im Januar sieht es so aus. Auf dem Bankkonto:

Und auf der Kartenabrechnung, die zu dieser Zahlung gehört:

Die fünf Positionen ergeben zusammen 1240. Das ist kein Zufall: es sind dieselben 1240, die auf dem Bankkonto abgebucht wurden. Deine Ausgaben im Januar sind damit 2840: die Miete plus das, was auf der Karte lief. Wer beide Dateien in dieselbe Tabelle importiert, kommt aber auf 4080 und damit auf 1240 zu viel.

Auf die Sparquote gerechnet sind das keine Rundungsfehler. Von 6500 Einkommen bleiben bei richtiger Rechnung 3660 übrig, also 56 Prozent. Mit der doppelten Zählung sind es 2420, also 37 Prozent. Neunzehn Prozentpunkte Unterschied, und die falsche Zahl ist die schlechtere: man hält sich für sparsamer oder für verschwenderischer, als man ist, je nachdem, in welche Richtung man das Konto führt.

Welche der beiden Zeilen ist die Ausgabe

Die auf der Karte. Sie weiss, wofür das Geld ging: 380 für Lebensmittel, 190 fürs Tanken. Die Bankzeile weiss das nicht. Dort steht ein Firmenname und ein Betrag, und dieser Betrag ist die Summe von allem, was im letzten Monat auf der Karte lief.

Die Zahlung der Kartenrechnung ist gar keine Ausgabe. Sie verschiebt Geld von deinem Konto zur Kartengesellschaft, bei der es schon lange ausgegeben war. Buchhalterisch heisst so etwas Umbuchung: der Ort ändert sich, die Menge nicht. Dasselbe passiert, wenn du vom Lohnkonto aufs Sparkonto überweist. Niemand würde das als Ausgabe zählen, und bei der Kartenrechnung gilt dieselbe Logik.

Was das für deine Tabelle heisst

Du brauchst eine Kategorie, die aus der Auswertung fällt. Wie sie heisst, ist gleichgültig, „Umbuchung" ist gebräuchlich. Jede Zahlung an die Kartengesellschaft kommt dort hinein, und deine Summenformel lässt diese Kategorie aus.

Zwei Fallen dabei. Erstens muss die Kategorie in beide Richtungen ausgeschlossen sein. Wer das Kartenkonto als eigenes Konto führt, hat auf dessen Seite eine Gegenbuchung, und die ist genauso wenig eine Einnahme, wie die erste eine Ausgabe war. Zweitens darf diese eine Kategorie nie in den normalen Auswertungen auftauchen. Eine Umbuchungs-Kategorie, die im Ausgaben-Diagramm einen Balken bekommt, ist kein halber Fehler.

Rückerstattungen sind keine Einnahmen

Du schickst Schuhe für 80 zurück, und auf der nächsten Kartenabrechnung steht eine Gutschrift über 80. Die naheliegende Buchung wäre eine Einnahme, und sie ist falsch. Dein Einkommen ist nicht gestiegen. Du hast weniger ausgegeben.

Richtig ist, die Gutschrift der Kategorie gutzuschreiben, in der der Einkauf steht. Aus 455 Onlinekäufen werden 375. Wer sie stattdessen als Einnahme führt, hebt in derselben Rechnung die Einnahmen und die Ausgaben an, und die Sparquote stimmt wieder nicht.

Ein Nebeneffekt, der irritiert, aber richtig ist: eine Kategorie kann dadurch in einem Monat im Minus landen. Das passiert, wenn die Rückgabe im Februar ankommt und der Kauf im Januar lief. Die Zahl ist dann trotzdem korrekt, sie steht nur im falschen Monat, und über das Jahr gleicht sie sich aus.

Welches Datum zählt

Eine Kartenabrechnung trägt oft zwei Daten je Zeile: den Tag des Einkaufs und den Tag, an dem die Gesellschaft ihn verbucht hat. Zwischen beiden liegen ein paar Tage, und am Monatsende entscheidet das darüber, in welchem Monat dein Abendessen landet.

Nimm das Datum des Einkaufs. Es beantwortet die Frage, die du an dein Haushaltsbuch stellst, nämlich wann du das Geld ausgegeben hast. Das Verbuchungsdatum beantwortet, wann die Kartengesellschaft ihre Arbeit erledigt hat, und das ist ihre Angelegenheit.

Die Probe

Ob deine Zahlen stimmen, prüft die Kartenrechnung selbst. Nimm einen Monat und addiere alle Ausgaben, die auf der Karte liefen. Die Summe muss der Rechnung entsprechen, die deine Bank bezahlt hat. Und dieser eine Betrag darf in deiner Ausgabensumme kein zweites Mal auftauchen. Stimmt beides, zählst du richtig.

Wie Parendi das macht

Parendi ist eine Finanz-App für den Mac, und sie rechnet genau so. Die Positionen der Kartenabrechnung sind die Ausgaben. Die Zahlung der Rechnung auf dem Bankkonto fällt in eine Umbuchungs-Kategorie, die in keiner Auswertung mitläuft, in beide Richtungen. Eine Gutschrift auf der Karte mindert ihre Kategorie, statt als Einnahme zu erscheinen. Die Datumsspalte wählst du beim Import selbst, das Einkaufsdatum ist vorgeschlagen.

Kontoauszug und Kartenabrechnung importierst du als Datei, die du bei deiner Bank selbst exportierst. Parendi hat keine Bankanbindung und kennt deine Zugangsdaten nicht, und die Daten bleiben auf deinem Mac. Mehr über die App, oder gleich die Funktionen im Einzelnen.